Morbs Life

Tests. Essays. Gedankenspiele.

Morb
Über

Morb

Sieben Bekenntnisse eines Schreibenden, der die Wahrheit nicht behauptet, sondern beobachtet.

I.
Über die Subjektivität

Meine Wertungen sind mein Blick, nicht die Welt.

Was ich hier schreibe, entsteht aus meinem Erleben, meinen Erwartungen, meiner Aufmerksamkeit an einem konkreten Tag. Wer eine andere Wertung findet, hat nicht unrecht — er hat einen anderen Blick. Das ist keine Schwäche der Rezension, sondern ihre Bedingung. Objektive Kritik ist eine Illusion, die man sich sparen sollte.

II.
Über die Zeit

Ich schreibe, wann es mir passt, nicht wann es aktuell ist.

Manchmal geht es hier um einen Film aus den Achtzigern. Manchmal um ein Spiel, das seit Jahren auf meiner Liste stand. Aktualität ist die Währung der Aufmerksamkeitsökonomie — hier zählt sie nichts. Was gut ist, bleibt gut. Was mich gerade beschäftigt, wird besprochen.

III.
Über das Spielen

Seit ich sechs bin, ist ein Controller in meiner Hand.

Videospiele sind für mich keine Kindheit, die man ablegt — sie sind ein Raum, in dem ich seit über drei Jahrzehnten zuhause bin. Meine Rezensionen zu Games kommen aus dieser Zeit, aus diesem Wissen. Ich weiß, wovon ich rede, wenn ich rede.

IV.
Über die Familie

Zwei Kinder. Eine Frau. Der Ort, an dem alles anfängt.

Meine beiden Kids fordern mich auf eine Weise, die keine Rezension fassen kann. Alles, was ich hier schreibe, entsteht in den Momenten dazwischen — nach dem Zubettbringen, vor dem Aufstehen, in den seltenen Stunden, in denen der Kopf frei ist. Games sind für mich das Ventil, an dem ich abschalte. Deshalb schreibe ich über sie, wie ich über sie schreibe: aus Zuneigung, nicht aus Distanz.

V.
Über den Diskurs

Meinungsfreiheit ist kein Selbstzweck. Sie ist die Voraussetzung.

Ich glaube an einen freien Meinungsaustausch — nicht so, wie er heute oft gelebt wird, verkürzt auf Zustimmung und Empörung. Solange niemand physisch oder psychisch geschädigt wird, darf jede Meinung geäußert werden. Auch die unbequeme. Auch die falsche.

Denn nur im Diskurs entsteht etwas Neues. Wer im Vorhinein weiß, was gesagt werden darf, weiß auch, was gedacht werden wird. Und tritt auf der Stelle.

VI.
Über Hotels

Die kurze Utopie einer Welt, in der man sich um nichts kümmern muss.

Ich liebe Hotels, seit ich Kind war. Ich bin viel gereist, habe in bemerkenswerten Häusern übernachtet — von den kleinen Boutique-Hotels bis zu den Grandhotels alter Schule. Mich fasziniert die Architektur, das Konzept, die Kulinarik, die Idee eines Ortes, an dem für ein paar Tage alles bereitet ist. Ein Hotel ist eine kurze Utopie. Und ich schreibe darüber, weil sich in diesen Utopien viel darüber sagen lässt, wie man Räume denkt.

VII.
Über euch, die ihr das lest

Ein Bild braucht viele Striche, um erkennbar zu werden.

Mit jedem Text, den ich hier schreibe, gebe ich ein Stück von mir preis. Wer ein aussagekräftiges Bild will, muss mehrere Artikel lesen — nicht nur einen. Der eine Satz, das eine Urteil, die eine Bewertung sagen wenig. Der Zusammenklang sagt viel.

Das ist meine Bitte an dich: Keine voreiligen Schlüsse. Weder freundliche noch unfreundliche.

Alles Weitere findet ihr in den Texten selbst.

— Morb